Endspurt gen Norden und ein Fazit

Der Tag Pause (Pfingstsonntag), den ich nach der nächtlichen Ankunft bei meinen Eltern einlegte, brachte keine vollständige Erholung, wie ich am darauffolgenden Tag bei der endgültigen Heimreise nach Hamburg feststellen musste.

Ich fühlte mich kraftlos, spätestens nachdem ich die kurvigen Landstraßen der Eifel bei Rheinbach gegen die Autobahn gen Norden tauschte, kamen mir die restlichen 470 Kilometer nur noch zäh, öde und langweilig vor.

Die vorangegangenen Tage im Kopf nochmal Revue passieren zu lassen, machte die Fahrt auch nicht erträglicher. Im Gegenteil, ich sehnte mich wieder zurück in die eindeutig schöneren Gefilden.

Wer weiß, nachdem das Urteil der "Jungs" so positiv ausgefallen ist ...

"Und, war es anders als mit den Mädels?"

Ja, war es. Natürlich. Aber ganz ohne Wertung!
Die Unterschiede zu meinen Mädelstouren:

- Das Tempo war in der Tat im Durchschnitt zügiger (zumindest für mich, für die Männer im Gegensatz zu ihren sonstigen Touren wohl eher etwas langsamer). Ich habe es allerdings als willkommenes Trainingspensum gesehen, denn die Gelegenheiten, in kurvigem Gelände mehr an meine Grenzen zu kommen und an meinem Fahrkönnen zu arbeiten, sind nicht so häufig gesät.

- Weniger bzw. kürzere Zwischenstopps wobei sich Michael hier durchaus als lernfähig zeigte, auch, was Kultur anging. 8-) Wir Mädels befassen uns vorab auch durchaus mit den kulturellen Highlights, stöbern in Reiseführern und suchen uns das ein oder andere aus, um es zu besichtigen.

- Die Länge der Tagesetappen bzw. des Unterwegsseins. Mit den Mädels geht es morgens beim Frühstück durchaus mal gemütlicher und somit länger zur Sache (je nach Routenplanung), die Gesamtfahrtdauer eines Tages ist aufgrund häufigerer oder längerer Pausen auch meist kürzer.

- Die Absprachen untereinander, was Tourenplanung und/oder Hotelsuche angeht. Zunächst einmal planen wir Mädels unsere Tour gemeinsam. Das wird dann meist mit einem giggeligen Kaffeenachmittag kombiniert. ;-) Wenn nicht komplett vor Reisebeginn, dann aber vor Ort werden die einzelnen Tagesetappen festgelegt. Da wird gemeinsam geschaut, wo wir hin wollen und dann die Route gesteckt. Und hier muss jede mal ran, d.h. auch vorfahren.
Mit Michael zu fahren hat den Vorteil, dass man/frau hier durchaus bequem sein kann, sich nicht den Kopf übers Abbiegen zerbrechen muss, aber mitunter auch abends den Routenverlauf des Tages nicht mehr so ganz auf die Reihe bringt, weil man sich ja nicht näher mit den Ortschaften entlang der Strecke befassen musste. Das kann später viele Grübeleinheiten beim Schreiben des Reiseberichts zur Folge haben.

- Naja, und das unterschiedliche Ticken von Männlein und Weiblein hier aufzuführen, würde wohl den Bericht in ungeahnte Längen ziehen ... *grins*

Fazit: Es war anders, aber deshalb nicht weniger schön und auch nicht so abschreckend, als dass ich eine Wiederholung ausschließen würde. :-)